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«Sexualkundeunterricht würde sonst künftig anders aussehen»

Peter Föhn setzt sich zurzeit für die Initiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» ein. Bereits jetzt sagt er: «Ziel erreicht!»

OLIVER BOSSE

Ein Initiativkomitee rund um den Schwyzer Ständerat Peter Föhn hat vor einiger Zeit die Initiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» lanciert. Sie fordert unter anderem, dass Sexualkunde erst ab dem vollendeten neunten Altersjahr unterrichtet werden darf und auch danach für eine gewisse Zeit freiwillig bleibt. Bei der Vorbesprechung im Parlament hatte die Initiative bisher allerdings einen schweren Stand. Sowohl im National- als auch im Ständerat sprach man sich deutlich dagegen aus.

Föhn will Rückzug der Initiative
Für Föhn kein Grund sich aufzuregen, im Gegenteil. Der Ständerat spricht von einem Erfolg: «Was den Kanton Schwyz und die ganze Innerschweiz betrifft, haben wir unser Ziel bereits erreicht», erklärt er. Bevor man die Initiative lanciert habe, seien nämlich auch im Kanton Schwyz Bestrebungen im Gang gewesen, schon früher als heute mit Sexualkunde zu beginnen. «Ich habe das inoffiziell erfahren», sagt Föhn. Dank der Initiative sei man dann aber – gerade im Hinblick auf den Lehrplan 21 – nochmals über die Bücher gegangen und habe einige Anpassungen vorgenommen. «Sonst würde der Sexualkundeunterricht auch im Kanton Schwyz künftig anders aussehen», ist Föhn überzeugt. Nun will er sich sogar dafür einsetzen, dass die Initiative zurückgezogen wird. «Bald steht die nächste Sitzung an», verrät Föhn. Ob die Initiative tatsächlich zurückgezogen wird, hängt nun unter anderem davon ab, ob sie auch in den anderen Kantonen schon den vom Komitee gewünschten Effekt erzielt hat. Denn solange die Initiative nicht angenommen wird, kann nach wie vor jeder Kanton selbst entscheiden, wie er das Thema Sexualkunde angeht.
Allen Anfang nahm diese Geschichte im Kanton Basel-Stadt. Dort wurde vor einigen Jahren ein sogenannter Sexkoffer mit Unterrichtsmaterialien für die Sexualkunde eingeführt. Beim Amt für Volksschulen und Sport des Kantons Schwyz kann man die Hysterie in Sachen Sexualkunde nicht nachvollziehen. «Im Kindergarten sowie zu Beginn der Primarschule werden im Kanton Schwyz keine sexualkundlichen Themen behandelt», sagt Reto Stadler, Leiter Schulentwicklung und -betrieb. Und er betont: «Daran wird sich auch im Hinblick auf den Lehrplan 21 nichts ändern.» Sowieso ist im Lehrplan gar nicht festgelegt, wie viele Lektionen und ob überhaupt Lektionen für Sexualkunde in Anspruch genommen werden. Das liegt im Ermessen des Lehrers.